(„Rabenschwur“ Neufassung)
[Strophe I]
Auf kaltem Pflaster brennt das Pech,
die Gassen schmecken nach Verrat.
Man ruft nach Krieg im Fackelsturm
als wär’s ein heil’ger Gottespfad.
Mit Runen malt man Hass ans Tor
und schürt das Volk mit falschem Schwur.
Ein jeder hebt sein Schwert empor —
doch keiner sucht der Wahrheit Spur.
[Pre-Refrain]
Hört ihr nicht das Klagen
im Wind vom schwarzen Moor?
Es sind die ungebor’nen Tage —
sie sterben schon im Chor.
[Refrain]
Schwört keinen Eid auf Rabenschwingen!
Lasst nicht den Zorn euch Ketten bringen!
Kein Banner aus verbranntem Fleisch
macht euer dunkles Sehnen reich.
Zerbrecht das Rad aus Blut und Gier —
kein Feind steht draußen, er steht in dir.
Wer blind dem Gleichschritt Antwort gibt,
hat längst vergessen, was er liebt.
[Strophe II]
Vom Turm herab ruft man nach Rache,
verspricht ein Reich aus Ascheglanz.
Doch unter Helm und Eisenlache
liegt nur des Narren Totentanz.
Die Krähen zieh’n in schwarzen Kreisen,
sie kennen dieses Spiel zu gut.
Denn wo die Menschen „Ehre“ preisen,
trinkt still die Erde Menschenblut.
[Bridge – leise, beschwörend]
Ich sah die Mütter an den Toren,
mit Blicken leer wie Winterfeld.
Kein Sieg ward je daraus geboren,
wo Bruder sich dem Bruder stellt.
Leg ab das Eisen deiner Hände,
streif ab den Hass wie schwer Gewand.
Der wahre Mut liegt nicht im Ende —
er reicht dem Feind die off’ne Hand.
[Final-Refrain – größer, chorisch]
Schwört keinen Eid auf Rabenschwingen!
Lasst uns ein Lied vom Frieden singen!
Nicht aus Posaun’ und Schlachtenruf —
aus Herz, das Hoffnung neu erschuf.
Wenn wir den Lauf des Rades brechen,
wird selbst der finstre Himmel sprechen:
Nicht Krieg, nicht Zorn, nicht falscher Schein —
nur Menschlichkeit wird ewig sein.