Strophe 1
Ich steh’ morgens auf und zieh die Klamotten an,
ohne groß zu überlegen, warum ich das überhaupt mach.
Das ist ein Job, kein Heiligenschein,
kein Ruf, kein „Ich will Menschen retten“.
Ich geh’ hin, weil’s sein muss,
weil Miete nicht von warmen Gefühlen bezahlt wird.
Und wenn jemand fragt, ob mir das nahe geht –
nein. Schon lange nicht mehr.
Pre-Refrain
Vielleicht war da mal was,
aber das ist verdammt lang her.
Refrain
Ich tu, was getan werden muss,
nicht mehr, nicht weniger.
Kein Held, kein Retter,
nur ein Typ, der Schichten schiebt.
Und wenn die Welt fragt, wo mein Mitgefühl steckt –
ich sag nur: Ich hab’s unterwegs verloren.
Zwischen all dem Leid, dem Lärm, dem Chaos
blieb kein Herz mehr übrig.
Strophe 2
Manchmal hör’ ich Leuten zu,
die alles hatten, ein ganzes Jahrhundert lang.
Und sie klammern sich an jeden Atemzug,
schimpfen auf die Jugend,
reden, als wär die Welt ihnen was schuldig.
Während irgendwo ein Kind keine Chance kriegt,
zwei, drei Jahre alt – und das war’s.
Da fragt man sich schon,
was dieser Planet eigentlich für Regeln hat.
Pre-Refrain
Und ich steh’ dazwischen,
taub geworden von beidem.
Refrain
Ich tu, was getan werden muss,
nicht mehr, nicht weniger.
Kein Held, kein Retter,
nur ein Typ, der Schichten schiebt.
Und wenn die Welt fragt, wo mein Mitgefühl steckt –
ich sag nur: Ich hab’s unterwegs verloren.
Zwischen all dem Leid, dem Lärm, dem Chaos
blieb kein Herz mehr übrig.
Bridge
Vielleicht wär ich anders geworden,
wenn ich weniger gesehen hätt’.
Weniger Ungerechtigkeit,
weniger Schicksale, die keinen Sinn ergeben.
Aber irgendwann stumpft alles ab,
selbst Schmerz, selbst Mitleid.
Man macht weiter, weil man muss,
nicht, weil man irgendwas fühlt.
Refrain (hart, resigniert)
Ich tu, was getan werden muss,
weil der Job nicht fragt, was ich fühle.
Ich arbeite, ich funktioniere,
ich halte aus, bis die Schicht vorbei ist.
Und falls ihr fragt, ob mich das alles berührt –
nein. Ich hab das Licht in mir verloren.
Und manchmal frag ich mich,
wer hier eigentlich gerettet werden soll.