Strophe 1
Ich hab gelernt, mich klein zu machen,
bevor mich jemand gehen lässt.
Hab meine Worte abgewogen,
damit kein falscher Ton mich verletzt.
Ich war so gut darin zu spüren,
was jeder andere von mir braucht.
Hab mich verloren in den Rollen,
die ich trug, damit man mich noch braucht.
Ich hab gelächelt, wenn ich fiel,
hab gesagt: „Es geht schon, ich bin stark.“
Doch keiner sah die stillen Kämpfe
jeden Abend nach dem Tag.
Pre-Chorus
Und wenn ich mich dann wieder finde,
verloren irgendwo in mir,
werde ich der Erste, der mich hasst,
als müsste ich mich dafür bestrafen hier.
Refrain
Aber ich bin nicht mein Fehler,
nicht die Angst in meinem Blick.
Nicht die Worte, die ich mir sage,
wenn ich glaube, ich bin nichts.
Ich bin nicht all die Narben,
nicht der Sturm in meiner Brust.
Ich bin auch der kleine Teil in mir,
der immer noch nach Liebe sucht.
Und vielleicht…
bin ich nicht mein Feind.
Vielleicht darf ich irgendwann begreifen:
Ich war nur zu lange allein.
Strophe 2
Da ist ein Kind tief in mir drinnen,
das nie gelernt hat, dass es reicht.
Das dachte, wenn es anders wäre,
wird es vielleicht nicht ausgetauscht und bleibt.
Es hat sich selbst so oft verlassen,
nur um nicht verlassen zu werden.
Hat gelernt, sich zu verbiegen,
statt einfach nur es selbst zu sein auf Erden.
Ich hab es angeschrien:
„Warum bist du so?“
Hab nicht gesehen, wie sehr es friert.
Hab vergessen, dass genau dieser Teil
mich all die Jahre hierher geführt.
Pre-Chorus
Ich wollte mich nur endlich verstehen,
wollte alles unter Kontrolle haben.
Doch während ich mich reparieren wollte,
hab ich mich selbst begraben.
Refrain
Aber ich bin nicht mein Fehler,
nicht die Angst in meinem Blick.
Nicht die Schatten meiner Vergangenheit,
nicht das, was zerbricht.
Ich bin nicht meine Muster,
nicht die Stimme, die mich verletzt.
Ich bin auch der Teil, der weiteratmet,
auch wenn er sich manchmal selbst vergisst.
Und vielleicht…
bin ich nicht verloren.
Vielleicht ist da noch ein Weg zurück.
Nicht zu dem Menschen, der perfekt ist –
sondern zu mir Stück für Stück.
Bridge
Ich muss nicht mehr kämpfen,
um bleiben zu dürfen.
Ich muss nicht mehr bluten,
um etwas zu fühlen.
Ich muss nicht perfekt sein,
damit mich jemand sieht.
Ich darf einfach existieren,
auch wenn nicht alles an mir heil ist.
Und wenn ich heute wieder falle,
wenn ich mich wieder nicht versteh,
halte ich vielleicht zum ersten Mal
die Hand von dem Teil, den ich sonst wegstoß.
Letzter Refrain – leise
Denn ich bin nicht mein Fehler,
ich bin nicht meine Angst.
Ich bin nicht nur die Geschichte,
die mir mein Schmerz erzählt hat.
Ich bin der Mensch, der noch hier steht,
nach all den Jahren voller Krieg.
Ich bin der Teil, der noch immer hofft,
auch wenn er manchmal nichts mehr sieht.
Und vielleicht…
reicht es für heute.
Vielleicht muss ich nicht weiter fliehen.
Vielleicht war die größte Liebe,
die ich gesucht hab,
die, die ich mir selbst nie gegeben hab.
Outro
Ich bin noch nicht fertig.
Ich bin noch nicht frei.
Aber ich bin hier.
-Fabi 03‘06