...
[Verse 1]
Zwei weiße Linien, endloser Teer,
der Diesel singt sein altes Gebet.
Ein PKW klebt mir am Heck wie Fliegen am Blut,
drängelt, hupt, bis der Wind ihn verweht.
Der Himmel hängt tief wie nasser Beton,
der Funk bleibt heute seltsam still.
Doch hundert Meter hinter der nächsten Kurve
friert mir der Atem gegen meinen Willen.
[Pre-Chorus]
Warnblinker schlagen wie ein müdes Herz,
die Reifen knirschen im staubigen Dreck.
Ich steig aus der Kabine, zieh den Kragen hoch,
und jeder Schritt wird plötzlich schwer.
[Chorus]
Da liegt sie... eine Tote am Straßenrand.
Blondes Haar voller Staub und Sand.
Kein Schrei mehr übrig, kein letzter Blick,
nur kalter Wind nimmt alles mit.
Kein Name mehr in ihrer Hand,
nur Stille auf verbranntem Land.
Der Highway schweigt – erbarmungslos.
Eine Tote am Straßenrand.
[Verse 2]
Kein Blut im Staub, kein Splitter aus Glas,
nur Absätze tief im roten Sand.
Eine Spur führt mitten ins Nichts…
als hätte die Nacht sie selbst verbrannt.
Ein Ring liegt stumm im trockenen Gras,
der Mond hält schweigend Wache.
War es Liebe... war es Jagd...
oder trägt der Highway seine eigene Rache?
[Verse 3]
Vielleicht sprang sie selbst aus einem Wagen,
vielleicht stieß sie jemand in den Wind.
Vielleicht kennt ein einsamer Motel-Schlüssel
die Wahrheit, die längst begraben ist.
Vielleicht war der Mörder längst vorbei,
als mein Motor langsam verstummte.
Und irgendwo hinter der nächsten Kurve
lacht noch jemand über diese Stunde.
[Bridge]
Ich zieh den Hut langsam tief,
ruf den Notruf mit rauer Stimme.
Kein Held, kein Richter dieser Welt,
nur ein Trucker in der Abendstille.
Der Motor tickt wie eine alte Uhr,
der Wind trägt Staub über ihr Gesicht.
Manche Wahrheit bleibt im Dunkeln liegen,
auch wenn das Blaulicht sie durchbricht.
[Final Chorus]
Da liegt sie... eine Tote am Straßenrand.
Keine Zukunft mehr in ihrer Hand.
Der Asphalt trägt ihr letztes Lied,
das niemand jemals ganz versteht.
Der Highway frisst Erinnerung,
Meile für Meile, Stunde um Stunde.
Ich steig zurück in meinen Truck,
doch diese Nacht heilt keine Wunde.
[Outro]
Ich leg den Gang ein, roll wieder los.
Im Spiegel verschluckt die Nacht den Ort.
Doch manchmal seh ich bei Meile Null
eine weiße Gestalt am Straßenbord.
Ich geb mehr Gas... und schau nicht zurück.
Denn manche Fragen wollen keine Antwort.
Auf jedem endlosen Highway flüstert der Wind:
„Heute war sie... morgen vielleicht du.“
...