【high male vocals – Intro】
Ohhh yeahhh…
Wenn du denkst, das hier interessiert doch keinen,
hör genau hin – so fangen Schicksale an zu schweigen.
【high male vocals – Strophe 1】
Ich war jung und hab gespürt: Mit mir stimmt was nicht,
mein Herz ging eigene Wege, doch ich kannte den Namen nicht.
Ich lernte früh zu schweigen, mich selbst zu verbiegen,
weil man dir zeigt, dass Anderssein Konsequenzen kriegen.
2008 riss man mir den Boden weg,
Freunde outeten mich, nannten mich falsch, nannten mich Dreck.
Man spuckte, schlug mich zusammen, hielt mir ein Messer an meinem Hals,
und keiner fragte je, was das mit mir machte, streute in die Wunde nur Hass und Salz.
【high male vocals – Pre-Refrain】
Ich fiel so tief, dass selbst der Boden schwieg,
und keiner sah, wie nah ich am Ende lief.
【high male vocals – Refrain】
Ich steh noch hier, auch wenn ich fast zerbrach,
weil Liebe stärker war als jede Nacht.
Man sagte: „Reiß dich zusammen, das geht vorbei“,
doch Wunden verschwinden nicht, nur weil man sie schweigt.
Ich steh noch hier, mit Narben, klar und echt,
nicht trotz der Geschichte – sondern wegen meinem Recht.
【high male vocals – Strophe 2】
Die Schule sah den Hass, doch tat nichts dagegen,
statt Täter zu stoppen, schickte man mich weiter durchs Leben.
Man wollte mich trennen von dem, der mich hielt,
von meinem Vater – dem Einzigen, der blieb.
Man nannte mich auffällig, schob mich einfach fort,
von Schule zu Schule, an jeden neuen Ort.
Meine Würde zerlegt, mein Vertrauen missbraucht,
ich lernte: Rechte gelten nur auf Papier, ich wurde meiner würde beraubt.
Es war so knapp, dass man mir fast alles nahm,
doch mein Vater kämpfte weiter, hielt mich bei mir.
Hätte er verloren, wär ich heut nicht hier.
denn man sah nur Akten – aber nie die fakten.
【high male vocals – Refrain】
Ich steh noch hier, auch wenn man mich verbannte,
mir zeigte, wie kalt dieses System sein konnte.
Man nahm mir Ziele, nahm mir mein Gewicht,
doch ich bin mehr als das Bild, das man von mir spricht.
【high male vocals – Strophe 3】
2012 sagte ich laut: Ich liebe Männer.
Ich dachte, jetzt wird’s besser – doch es wurde enger.
Der Hass war leiser, feiner und gezielt,
doch traf er genauso, nur gesellschaftlich legitimiert.
Im Job, im Alltag, egal wo ich stand,
meine Existenz lag für viele in ihrer Hand.
2016 heiratete ich den Mann, den ich lieb,
doch selbst der Staat fragte, ob das wirklich Liebe hieß.
Man testete uns, sprach von Fetisch und Pflicht,
als müsste man beweisen, dass man liebt oder nicht.
Ich wollte Blut spenden, Leben geben, helfen dabei,
doch man schloss mich aus – nur wegen dem, wer ich sei.
【high male vocals – Final-Refrain】
Ich steh noch hier – und das ist kein Zufall,
sondern der Beweis, dass ich stärker war als der Fall.
Ich schreibe jetzt Welten, in denen man sein darf wer man ist,
wo Hoffnung nicht lügt und niemand zerbricht, weil dieses Thema wichtig ist.
Wenn du sagst, das interessiert keinen, hör mir zu
Genau diese wahrheit hat mein Leben geprägt,
und ein anderes dazu.