Im Anfang lag der Atem still,
ein Flüstern sprach: „Ich werden will.“
Da formt’ sich aus der Erde Hand
ein Wesen, zart, doch unerkannt.
Es hungert bald nach Brot und Licht,
nach Wasser, Wärme, Angesicht.
Die Haut verlangt nach sanftem Kleid,
der Körper ruft nach Sicherheit.
Ein Dach, ein Herd, ein leiser Klang –
das Herz schlägt mutig, doch nicht laut
Denn wer geschützt durch Nächte geht,
hat Hoffnung, dass sein Leben steht.
Doch bald erwacht ein tief'rer Klang,
ein Ruf nach Nähe, zart und bang.
Ein Blick, ein Lächeln, Freundschaft, Band –
der Mensch will Herzen, nicht nur Land.
Er sucht nach Worten, die ihn nennen,
nach Armen, die ihn wirklich kennen.
Die Einsamkeit ist sein Gericht,
wenn Zuwendung ihm fehlt – und Licht.
Dann wächst in ihm das stille Streben,
nach Sinn, nach Form, nach eige’m Leben.
Er will nicht nur geduldet sein –
er will auch stolz, bedeutend, rein.
Ein Werk, ein Ziel, ein Lob, ein Tun,
ein Platz, wo Geist und Seele ruh’n.
Und wenn all dies erfüllt ihm scheint,
ein neues Sehnen sich vereint:
Er will sich selbst im Tiefsten finden,
sein Innerstes mit Welt verbinden.
Er will nicht nur im Außen blühn –
er will in seinem Wesen glühn.
So wandert er durch Zeit und Traum,
durch Hunger, Nähe, Licht und Raum.
Vom ersten Schrei bis hin zum Sinn –
das Menschsein trägt Verlangen in.
---