⸻
Der V6 röhrt wie ein angepisster Köter (RRAH), Scheiben so dunkel, dass selbst Gott zweimal hingucken müsste, wenn ich durch die Straße gleite. 204 PS, ich tipp aufs Pedal (SKRRR), und die Straße klappt zusammen wie ein Junkie auf Entzug. Jeder im Block hält die Fresse, wenn ich aufkreuze, weil sie wissen, dass ich keinen Cent Respekt übrig hab, nicht für Blicke, nicht für Fragen, nicht für irgendwelche Möchtegern-Gangster, die sich fühlen, weil sie einen 20-Euro-Schein in der Tasche haben. Der Motor brüllt, ich sitz drin wie der letzte Asoziale des Viertels, aber genau der, den keiner anfasst, weil sie wissen, dass ich eher dem Wagen vertraue als irgendeinem Menschen. Tanke wird still, wenn ich anrolle, Kassierer guckt weg, Kunden werden nervös, und sie steht da mit großen Augen, denkt, ich mach den Gentleman – dabei mach ich nicht mal die Tür auf, Bruder, ich lass sie stehen, bis die Realität ihr das Make-Up aus dem Gesicht bläst. Zahnstocher im Mund, Tanktop sitzt, ich drück drauf, und der Wagen brüllt so laut, dass selbst tote Batterien wieder Saft kriegen würden. Dein BMW? Bruder, das Ding sieht aus wie ’ne Karre aus der Tombola vom Schützenfest, und du wunderst dich, warum die Leute über dich lachen? Mein V6 zieht mehr Blicke als Gratis-Wodka – und du stehst daneben wie die Beilage, die keiner bestellt hat. Ich zähl meinen Umsatz im Fahren, weil ich keinen Schreibtisch brauch, mein Konto wächst schneller als du Ausreden findest. Dein Mädchen sagt, ich laber Scheiße, bis ich Gas geb und der Motor klingt, als würde die komplette Straße unter mir aufgeben – ab dem Moment glaubt sie mir mehr als dir. Der Wagen zieht mich rein wie ’ne Sucht, Bruder, Benzin im Herz, Abgase im Kopf, und je mehr die Kiste brüllt, desto mehr fühl ich mich lebendig. 204 PS, Yok an der Säule, Druck so roh, dass die Reifen meinen Namen kennen, und bei jeder Kurve spür ich, wie der Wagen mich herausfordert wie ein Kumpel, der Stress sucht, aber loyal bleibt. Deine Kleine hört den Sound und wird weich wie Toast, du wirst laut, ich werd leise – denn der Motor sagt schon alles, und zwar härter, als du jemals schreien kannst. Kein Gold, kein Rolls – ich brauch nur den Stern vorne dran, dieses arrogante Stück Metall, das sagt: „Fass mich an und du verbrennst dir die Finger.“ Der V6 schreit, der Block vibriert, ich zieh Lunge voll Abgas, pfeif drauf, ob’s gesund ist, Hauptsache krank im Kopf und wach im Herz. Jeder Blick, der mich trifft, erkennt sofort, dass ich nicht hier bin, um freundlich zu sein – ich fahr, bis die Nacht aufgibt (SKRRRAH), und wenn ich weg bin, bleibt der Gestank von Benzin und Ego im ganzen Viertel hängen, Bruder. Der V6 lebt, ich leb mit – und jeder, der uns sieht, weiß: Wir sind die Definition von asozial. (BRRR)