Im Land von Maas und Nebelgrau,
da lebte Ambiorix, schlau.
Kein Kaiser saß auf seinem Thron,
nur Wald und Moor der Eburon’.
Da kam der Cäsar übers Land,
mit Eisenhut und Schwert zur Hand.
Er sprach: „Nun gilt hier römisch Recht!“
Doch manchen kam das ziemlich schlecht.
Die Römer forderten Korn und Vieh,
doch viel zu holen gab es nie.
Der Winter drückte schwer aufs Land,
und Unmut wuchs an jedem Rand.
Da stand Ambiorix und lacht:
„Jetzt wird zurückgezahlt heut Nacht.
Der Cäsar sitzt weit weg im Feld,
und glaubt, ihm gehört die Welt.“
Sabinus hörte seine Red’,
und glaubte jedes Wort sofort.
Ambiorix sprach klug und klar:
„Ein großes Heer schon unterwegs war.
Verlasst das Lager, zieht geschwind,
bevor ihr alle verloren sind.“
Die Römer packten Schild und Speer,
und marschierten aus dem Lager her.
Doch zwischen Hügel, Wald und Stein,
da brach das Unheil über sie ein.
Von allen Seiten Speer und Schrei,
die Ordnung war im Nu vorbei.
Cotta kämpfte bis zum Tod,
der Boden färbte sich rot.
Sabinus suchte noch Verstand,
doch fand ihn nicht im Eburonenland.
Fünfzehn Kohorten lagen dort,
verstummt an diesem kalten Ort.
Die Adler fielen in den Dreck,
ein ganzes Heer war plötzlich weg.
Da schlug der Cäsar auf den Tisch:
„Jetzt wird die Sache persönlich für mich!“
Er schickte Feuer durch das Land,
mit Legionen, Schwert und Brand.
Die Dörfer brannten weit und breit,
es kam eine harte Zeit.
Die Eburonen flohn ins Moor,
und Rom stand wütend davor.
Catuvolcus, alt und schwer,
ertrug das Elend bald nicht mehr.
Zum Eibenbaum ging er allein,
und nahm dort seinen letzten Wein.
Doch Ambiorix blieb verschwund’n,
kein Römer hat ihn je gefund’n.
Vier Reiter nur an seiner Seit’,
dann ritt er fort in Dunkelheit.
So schrieb’s der Cäsar selbst ins Buch,
voll Eigenlob und Feldherrnfluch.
Der Sieger schrieb, wie Sieger schreib’n,
doch diesen Feind konnt’ er nicht greifen.
Die Römer suchten weit und breit,
durch Wald und Moor, tagelang Zeit.
Doch was sie fanden, war nur Wind –
Ambiorix war längst dahin.
Bis heute kennt man seinen Namen,
ob Belgien oder hier die Heimat.
Denn Rom gewann zwar viele Schlachten,
doch diesen Gegner musst’ es achten.