Sie kamen früh am Morgen, mit Papier und kaltem Blick
Sagten: „Es ist besser so, wir bringen sie zurück.“
Doch sie brachten sie nicht heim, sondern woanders hin
Ein fremdes Haus, ein fremder Tisch, verlorener Sinn
Die Mutter schrie ins Schweigen, der Vater stand wie Stein
Die Kinder riefen leise, doch keiner ließ sie rein
Ein Stempel auf dem Schicksal, ein Kreuz auf dem Verstand
Wer nie geliebt hat, glaubt zu wissen, was Liebe fand
Behandter, Junggedempter, hörst du nicht den Klang
Vom leisen Weinen nachts im fremden Flur entlang?
Du hast sie uns genommen, mit deiner kalten Pflicht
Jetzt weint ein ganzes Leben – und du hörst es nicht
In Akten stehn Entscheidungen, kein Platz für Herz und Leid
Doch hinter jedem Paragraf steht eine Ewigkeit
Ein Kind, das nicht mehr lacht, ein Vater, der zerbricht
Und eine Mutter, deren Seele langsam spricht
Behandter, Junggedempter, hörst du nicht den Klang
Vom leisen Weinen nachts im fremden Flur entlang?
Du hast sie uns genommen, mit deiner kalten Pflicht
Jetzt weint ein ganzes Leben – und du hörst es nicht
Die Familie – zerschnitten, wie Papier in deiner Hand
Was du trennst, wird nicht heilen, nicht durch irgendein Verstand
Wir wollten nur gemeinsam, nicht perfekt, doch echt
Doch du nahmst, was wir hatten – und nennst das gerecht
Behandter, Junggedempter, hast du je gespürt
Wie ein Herz in tausend Teile langsam erfriert?
Du hast sie uns genommen, mit deiner kalten Pflicht
Und was du falsch entschieden – vergisst das Leben nicht
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