Schweig, mein Herz, und sei doch offen,
wenn die Nacht dir Zweifel bringt.
Trag das Licht in deinem Hoffen,
auch wenn keine Stimme singt.
Du hast Wunden, tiefe Risse,
Spuren von vergangner Zeit –
doch in all den leeren Ecken
liegt ein Hauch Unendlichkeit.
Herz, du hast so viel getragen,
mehr als Worte je verstehn.
Hast geliebt in tausend Tagen,
auch wenn viele still vergehn.
Wenn die Welt in Grau versinkt
und der Atem schwer dich trägt,
bist du's, der im Dunkeln klingt,
leise pocht und traurig schlägt.
Du erinnerst dich an Träume,
an das Lächeln, das verglüht,
an vergangne Sommerbäume
und wie leise Liebe blüht.
Weine ruhig, Herz, in Stille,
auch die Träne hat ihr Ziel.
Nicht aus Schwäche, sondern Wille
ist das Fühlen oft so viel.
Brich nicht – nein, verweile leise,
nimm den Schmerz, doch gib ihn frei.
Deine Reise, deine Reise
geht durch Dunkel – nicht vorbei.
An mein Herz: Du bist das Leben,
auch wenn alles stumm verweht.
Du wirst weiter Hoffnung weben,
selbst wenn keiner dich versteht.
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