Sternzeichen Krebs
Der Krebs läuft selten vorneweg,
macht keinen Krach und keinen Dreck.
Der muss nicht jedem zeigen wer er ist,
weil er genau weiß, was wichtig ist.
Er hört erst zu, bevor er spricht,
und glaubt nicht alles ins Gesicht.
Während andere schon laut paradieren,
sieht er Dinge, die viele verlieren.
Der merkt sofort wenn einer lügt,
wenn einer schiebt und einer betrügt.
Da braucht es keine große Schau,
der Krebs schaut hin und weiß’s genau.
Der trägt Geschichten lange mit,
von früher noch so manchen Schritt.
Ein alter Weg, ein alter Baum,
und plötzlich steht er wieder im Traum.
Ein Lied im Radio, ein alter Ort,
und die Gedanken laufen fort.
Zu Tagen, die längst vergangen sind,
wie Blätter draußen vor dem Wind.
Der Krebs vergisst die Menschen nicht,
die einmal standen in seinem Licht.
Die Guten trägt er tief im Herz,
die Schlechten merkt er sich auch – kein Scherz.
Zu Hause zählt für ihn sehr viel,
doch nicht Gardinen oder Stil.
Es sind die Leute unterm Dach,
die machen einen Ort erst wach.
Mit Freunden sitzen bis spät in die Nacht,
über Sachen reden, Blödsinn gemacht.
Mal laut gelacht, mal ernst dabei,
genau das ist ihm einerlei.
Doch wer meint, der Krebs sei zahm,
weil er nicht ständig macht Radau und Lärm,
der hat ihn noch nicht erlebt,
wenn einer über seine Leute fegt.
Dann wird aus Ruhe plötzlich Stahl,
und freundlich sein wird ganz egal.
Da stellt er sich vor seine Wand,
und hält die Stellung wie ein Mann.
Der Krebs liebt ehrlich, geradeaus,
kein großes Theater, kein Schauspielhaus.
Lieber ein Wort das wirklich zählt,
als eins das schön klingt und nichts erzählt.
Mit falschen Leuten wird er kalt,
da macht er keinen Aufenthalt.
Da geht er lieber seinen Gang,
als Teil zu sein von leerem Klang.
Manchmal denkt er viel zu viel,
dreht dieselbe Runde wie ein Mühlradspiel.
Während andere längst schlafen geh’n,
bleibt er noch bei Gedanken steh’n.
“Warum war das?” und “Wieso dies?”
Fragen die er nicht einfach verließ.
Er sucht nach Sinn in manchem Ding,
auch wenn’s schon lange weiterging.
Stur sein? Jo, das kann er auch,
manchmal sogar bis unter’s Dach.
Hat er sich einmal was gedacht,
wird selten daraus nichts gemacht.
Da kannst du reden stundenlang,
er hört dir zu ganz ohne Zwang.
Doch irgendwo im Hinterkopf,
sitzt trotzdem sein eigener Schopf.
Der Krebs mag Menschen mit Charakter,
nicht die mit Dauergeplapper.
Lieber einer mit Herz und Hand,
als zehn mit Titel quer durchs Land.
Er schaut nicht erst aufs Portemonnaie,
nicht auf Auto, Haus oder Café.
Er schaut darauf wie einer lebt,
und wie er mit den Menschen umgeht.
Wer treu ist, bleibt ihm oft erhalten,
auch wenn die Jahre Falten falten.
Wer ihn verrät, hat Pech gehabt,
weil so was lange Narben schafft.
Der Krebs ist keiner für den Schein,
der muss nicht überall der Erste sein.
Der sitzt auch gern mal einfach da,
und denkt sich: “Jo, das Leben ist schon klar.”
Mal rau, mal weich, mal voller Wut,
mal still und trotzdem voller Mut.
Ein Mensch wie Ebbe, Flut und Meer,