Ohooo!
Hey Bizzo, als ich dein Gedicht vernahm,
da lächelt’ ich und hielt nicht an.
Denn manches Wort war wohlgesetzt,
manch andres hat mich nur gehetzt.
Ha!
Du sprichst von jenen, die viel reden,
doch selbst den eignen Weg nicht gehen.
Die Verse tragen stolz die Kron’,
doch stumm bleibt oft der eigne Ton.
Ei, ei, ei!
Gar mancher dichtet wie ein Fürst,
als wär er von Apoll geküsst.
Doch legt man ihm ein Instrument,
so endet rasch das große Talent.
Hoho!
Du fragst, warum man manches hört,
obwohl es Geist und Ohr verstört.
Weil selbst im Lärm und im Geschrei
oft eine kleine Wahrheit sei.
Wahrlich!
Du spottest über fette Frauen,
als müsst man auf die Maße schauen.
Doch Schönheit wohnt, wenn man sie misst,
nicht dort, wo nur die Waage ist.
Haha!
Und mancher Hintern, rund und fein,
ließ schon den strengsten Richter schrein.
Was kümmert’s mich, was andre denken?
Man soll dem Leben Freude schenken.
Nun denn!
Lass jeden seinen Weg beschreiten,
mit seinen Fehlern, Eitelkeiten.
Denn wer nur richtet Tag für Tag,
vergisst oft selbst, was er vermag.
Bei Gott!
Auch ich hör manches Lied und denke:
„Herr Gott, welch seltsame Geschenke.“
Doch plötzlich trifft ein einz’ger Klang
das Herz und bleibt dort lebenslang.
O hört!
So ist die Kunst seit alter Zeit:
Viel Spreu, doch manchmal Herrlichkeit.
Und zwischen tausend falschen Noten
steht eine auf und wird erhoben.
Ha!
Drum grüß ich dich und deinen Reim,
ganz ohne Zorn und ohne Spott.
Denn wer noch selber Worte setzt,
steht höher als manch Maulheld dort.
Ohooo!
Gar leicht ist’s, über andre richten,
viel schwerer, selbst ein Werk zu dichten.
Der eine tadelt Jahr um Jahr,
der andre schafft — und das ist rar.
Wohlan!
Mag jeder singen, wie er kann,
der eine leise, jener laut.
Am Ende zählt bei jedem Mann
nur das, woran sein Herz noch glaubt. 🍻📜