Der Skorpion
Still wie Wasser, tief und klar,
zeigt er selten, wie er war.
Redet wenig, hört viel zu,
findet seine Antworten im Nu.
Auf der Suche nach dem Sinn,
zieht es ihn nach innen hin.
Grübelt, forscht bei Tag und Nacht,
bis ein Rätsel Antwort macht.
Geheimnisvoll sein Weg durchs Land,
mit festem Blick und fester Hand.
Nicht jeder weiß, was in ihm lebt,
weil er sein Innerstes gut verhebt.
Treue trägt er wie ein Schild,
wenn Vertrauen langsam gilt.
Hat man seinen Respekt erreicht,
bleibt er treu und weicht nicht leicht.
Leidenschaft wohnt tief in ihm,
niemals oberflächlich, niemals blind.
Er sucht den Kern von jedem Ding,
nicht nur den schönen äußeren Ring.
Entschlossen geht er seinen Pfad,
auch wenn der Weg mal Steine hat.
Belastbar, zäh und furchtlos dabei,
gibt er nicht so schnell auf, einerlei.
Doch wo viel Stärke wohnen kann,
fängt auch die Schattenseite an.
Misstrauen sitzt ihm manchmal nah,
fragt leise: „Ist das wirklich wahr?“
Verzeiht er wohl, vergisst er schwer,
trägt alte Narben lange her.
Und schlägt die Eifersucht erst ein,
kann sie sein größter Gegner sein.
Zu oft sieht er das Dunkle nur,
verliert die helle Lebensspur.
Dann wird er scharf im Wort und Blick,
und findet schwer zum Frieden zurück.
Doch wer ihn kennt, der weiß genau,
hinter der starken, dunklen Schau
schlägt ein Herz, das ehrlich ist,
wenn man sein Vertrauen nicht vergisst.
Still wie Wasser, tief und klar,
so bleibt der Skorpion, wie er war.
Geheimnisvoll, loyal und frei,
mit Herz, Verstand und Kampfgeist dabei.