Yo, geboren in Beton, kein Bett, nur Karton und Wind
Schuhe durchgelaufen, Hunger war mein bester Kind
Doch die Straße hat gelacht, gab mir Pulse, gab mir Sinn
Jeder Tag ’ne neue Runde, jeder Abend Adrenalin
Kein Gangster, nie die Knarre, nie die Farben an der Wand
Aber Respekt durch Blicke, weil ich immer stehen blieb im Stand
Tagsüber Kippen schnorren, nachts die Lichter einer Stadt
Drogen kreisten wie Satelliten, mal high, mal platt, mal platt
Frauen kamen, Frauen gingen, wie Züge durch den Bahnhof raus
Kurze Nächte, heiße Küsse, keiner fragt nach morgen, aus
Spaß war König, Lachen laut, wir haben Leben ausgekostet
Jede Pulle, jeder Joint – Hauptsache der Moment getrostet
Doch die Jahre schleichen leise, irgendwann zählt nicht mehr Speed
Die Knochen werden schwerer, die Augen müde, kalt und breit
Die Jungs von damals sitzen fest oder liegen unterm Stein
Und ich merk: Die Straße frisst dich, wenn du ewig Kind bleibst, nein
Irgendwann wird’s still in dir, die Party brennt nicht ewig hell
Die Nadeln stechen tiefer, die Frauen suchen was, was hält
Ich sah die Leere hinterm Glanz, den Preis für jeden Rausch bezahlt
Und hab beschlossen: Bruder, Schluss – der Junge stirbt, der Mann erwacht
Kein Abschied mit Drama, kein letzter Schuss im Mondenschein
Nur’n kleiner Rucksack, ’n Busticket und der Wunsch nach was, was bleibt
Die Straße war mein Lehrer, hart, aber fair, das geb ich zu
Doch jetzt geh ich meinen Weg – endlich nüchtern, endlich true