Du stehst da wieder, ganz charmant,
die Stimme sanft, die Miene bland.
Als wär all das nie wirklich echt –
die Lügen, Nächte, Worte. wirklich schlecht
Du tust, als sei ich nur verletzt,
ein Pflaster drauf – und neu besetzt.
Doch was zerbrochen, bleibt nicht heil,
auch wenn dein Blick mir schmeichelt, fein
Du warst bei ihr – aus Lust, aus Trotz,
hast mich ersetzt wie alten Schrott.
Und jetzt, wo sie dich nicht mehr will,
da hoffst du, dass ich bleiben still?
Doch nein, mein Lieber, so wird’s nicht,
ich seh das klar, bei vollem Licht.
Du bist für mich nur noch ein Fleck,
ein Etikett: „Schon abgeleckt“.
Ein Mann, der einmal fremdgewandert,
wird selten ehrlich rückverankert.
Die Spur von ihr klebt dir noch an,
sie hat genommen, was sie kann.
Ich nehm nichts an, das man verschenkt,
nichts, was im Vorfeld schon verdreckt
Ich bin kein Trostpreis, kein Ersatz,
kein altes Lied in neuem Satz.
Ich bin zu stolz, zu wach, zu ganz,
für einen, der tanzt jeden Tanz.
Der liebt, wenn’s leicht ist, haut dann ab –
und kehrt zurück, wenn’s anders nich klappt.
Du bist Geschichte, ein Kapitel,
ein leeres Wort, ein lahmer Titel.
Ich schlag das Buch nun ganz bewusst
und ohne Reue einfach zu.
Denn was von andrer Zunge schmeckt,
was schon geschnuppert, abgeleckt,
kommt nicht zurück in meine Welt –
egal, wie schön du’s gerade hältst.