„Manche Menschen tragen Ozeane in sich
Und keiner merkt, dass sie ertrinken.“
Ich glaub, genau das war ich.
Jeden Morgen dieser Kampf gegen mich selbst
Augen auf, doch ich fühlte keine Welt
Vorhänge zu, sogar Sonnenlicht tat weh
Ich lebte irgendwie, ohne wirklich zu stehen
Mein Handy voll, doch niemand war echt
Viele kannten meinen Namen, doch niemand mich selbst
Ich machte Witze, spielte laut und stark
Während innerlich längst alles zerbrach
Nächte lang wach, nur Rauch und Gedanken
Hab gelernt zu schweigen statt Hilfe zu verlangen
Mama fragte: „Warum bist du so still?“
Ich sagte „müde“, obwohl ich sterben will
Nicht wegen Hass, eher wegen Leere
Weil jeder Tag sich anfühlte wie Schwere
Zwischen Alkohol und Tabletten verlor ich mich
Denn Depression trägt manchmal das schönste Gesicht
Dann standst du plötzlich da
Ohne falsches „Das wird schon“
Du hast einfach neben mir gesessen
Als wär ich kein Problem
Sondern ein Mensch
Und du hieltest meine Narben wie Gold in deiner Hand
Als wäre selbst mein Chaos irgendwie schön verbrannt
Du sahst den Sturm in mir und liefst trotzdem nicht weg
Bliebst neben meinem Herz auf dem kaputtesten Fleck
Wenn die Schatten wiederkommen nachts
Und mein Kopf mich leise hasst
Bist du die Stimme, die noch sagt:
„Bleib hier… ich hab auf dich gewartet.“
Vielleicht bin ich nicht heil
Vielleicht werd ich’s niemals sein
Doch wenn du mich ansiehst
Fühlt sich selbst Zerbrechen kurz wie Leben an
Weißt du noch die Nacht auf deinem Balkon?
Ich sagte dir, ich wär längst verloren
Die Stadt unter uns war laut und kalt
Doch deine Hand gab meinem Zittern Halt
Ich erzählte von Angst und dunklen Gedanken
Von Tagen, an denen selbst Aufstehen Kampf ist
Du nanntest mich schön
Während ich mich kaum ansehen konnte
Und langsam begann ich zu glauben
Dass Liebe vielleicht nicht heilt
Aber einen Menschen festhalten kann
Während er heilt
Ich hab so oft versucht zu fliehen
Vor mir selbst und diesem Spiegel
Doch du hast nie verlangt
Dass ich jemand anderes werde
Du hast nur gehofft
Dass ich irgendwann sehe
Was du die ganze Zeit gesehen hast:
Dass hinter all den Mauern
Noch ein Herz schlägt
Manchmal hab ich Angst, dass selbst du gehst
Denn Depression lügt und flüstert:
„Du bist zu viel, zu traurig, zu schwer.“
Doch nachts legst du deinen Kopf auf meine Brust
Und plötzlich schweigt alles in mir
Kein Krieg
Keine Leere
Nur dein Atem
Und dieses kleine Gefühl
Dass ich vielleicht doch bleiben sollte
Denn du hieltest meine Narben wie Gold in deiner Hand
Gabst meinem kalten Herzen wieder irgendeinen Klang
Du sahst mich am tiefsten Punkt und nanntest mich Licht
Als ich selbst im Spiegel nur Zerbrechen sah, nicht mich
Vielleicht bin ich nicht heil
Doch bei dir muss ich das nicht sein
Denn du liebst mich nicht trotz meiner Schatten
Sondern mit ihnen
Und wenn ich irgendwann wieder falle
Dann hoff ich nur,
Dass deine Stimme mich erinnert:
Selbst Sterne
Sind nur Narben vom Licht.