[Strophe 1]
Ich lieg im dritten Fach der Wand
Zwei über mir, drei unterm Rand
Man zählt mich mit, doch nie ganz mit
Ich schweig im Takt, der niemandem tritt
[Pre Refrain]
Man deckt mich zu, doch nie ganz ein
Und nennt es Schutz vor Sonnenschein
[Refrain]
Ich bin das Maß, das keiner misst
Ein Schrei, der leise Wissen frisst
Ich bin das Fach, das nie verschwand
Doch niemand rührt mit seiner Hand
[Strophe 2]
Ich lernte früh, nicht laut zu stehn
Mit blankem Blick durch Gläser gehn
Man sprach von Licht, doch zeigte Wand
Ich glaub, ich bin nie mitgebrannt
[Pre Refrain]
Sie sagen viel, wenn keiner sieht
Dass auch ein Schatten Wärme zieht
[Refrain]
Ich bin das Maß, das keiner misst
Ein Schrei, der leise Wissen frisst
Ich bin das Fach, das nie verschwand
Doch niemand rührt mit seiner Hand
[Strophe 3]
Die Uhr schlägt zwölf, doch keiner hört
Der Ton ist alt, der Klang gestört
Ich häng im Rahmen, leicht verdreht
Ein Teil, der unbewegt vergeht
[Strophe 4]
Die Gabel deckt das leere Feld
Man hat für mich den Platz gewählt
Doch wenn ich sitze, bleibt es stumm
Ein Stuhl, der wackelt – nicht warum
[Bridge]
Der Teppich hat ein Fleck versteckt
Der Boden knarrt, wenn keiner weckt
Im Bild hängt etwas leicht verschoben
Ein Auge fehlt – vielleicht gelogen
[Letzter Refrain – intensiver, geflüstert]
Ich bin das Maß, das keiner kennt
Ein Wort, das schweigt, wenn es brennt
Ich bin das Fach, das nie zerbricht
Doch in der Ordnung – kein Gesicht