[Strophe 1]
Sie ging allein im Morgenlicht,
ein Schatten fiel auf ihr Gesicht.
Sie sprach mit Tieren, sang zum Wind,
wo andre stumm und blinder sind.
Im Dorf nur Angst, kein echtes Sehn,
ihr Wissen galt als Fluch, nicht Segen.
„Sie bringt das Dunkel“, rief der Chor,
und trieb die Flammen vor das Tor.
[Refrain]
Hexenfeuer brennt so hell,
doch die Wahrheit stirbt so schnell.
Sie sprach mit Wind und alter Macht,
doch wir wählten Hass statt Acht.
Im Licht erlischt, was rein und klar –
sie war die letzte, die noch war.
[Strophe 2]
Der Sturm kam auf, der Himmel schrie,
die Ernte starb, das Vieh verzieh.
Sie warnte früh, sie flehte leis –
doch keiner hörte auf den Kreis.
Die Gier nach Schuld, das Schwert so kalt,
der Richter jung, das Herz schon alt.
„Verflucht sei sie, das Weib aus Stein“ –
wir warfen selbst das Gute klein.
[Refrain]
Hexenfeuer brennt so hell,
doch die Wahrheit stirbt so schnell.
Sie sprach mit Wind und alter Macht,
doch wir wählten Hass statt Acht.
Im Licht erlischt, was rein und klar –
sie war die letzte, die noch war.
[Bridge - geflüstert]
Und als die Glut die Sterne fraß,
ein Rabe flog, kein Mensch vergaß.
Denn in der Asche, still und sacht,
lag mehr Verstand als uns je lacht.
[Letzter Refrain - doppelt, gesteigert]
Hexenfeuer brennt so hell,
doch das Gewissen brennt viel schneller.
Sie war das Licht in dunkler Nacht –
wir haben selbst das Licht entfacht.
Im Rauch vergeht, was ewig war –
die Wahrheit fliegt mit ihrem Haar...