[Verse 1]
Neonlicht in Plattenbauten, grau und kalt,
Ein Kind, das schweigt, im Osten, sechs Jahre alt.
Die Achtziger, ein Nebel, der mich bedeckt,
Wo der Vater fehlt und Stille sich versteckt.
Der Rauch der "Juwel" zieht durch das Zimmer herein,
Die Mutter trinkt wieder, ich bin so oft allein.
Die Flasche klirrt, ein Klang, der mir weh tut,
Kein Märchenland, nur Angst in meinem Blut.
Wir lebten eng, im Schatten der Partei,
Opas Garten zauberte manchmal Freiheit herbei.
[Chorus]
Von Ost nach West, die Welt steht über Nacht kopf,
Die Hoffnung stirbt, denn hier gibt's auch nur Zoff.
Die alten Narben bleiben tief,
ein Schrei, der in der Seele schlief.
[Verse 2]
Keine Koffer packen, nur still in Dunkelheit,
Ein schneller Riss in der Normalität der Zeit.
Über Nacht geflohen, durch die Grenze dann,
Der Westen lockt, ein neuer Lebensplan?
Doch Freiheit schmeckt nach Bitterkeit und Schmerz,
Die Mutter krank, zerrissen ist das Herz.
Der Alkohol, er folgt uns, kennt kein Halt,
Die neue Welt ist leider genauso kalt.
Das Jugendamt, die fremden Blicke kühl,
Ein Protokoll, ein unbestimmtes Gefühl.
(Chorus)
Von Ost nach West, die Welt steht über Nacht kopf,
Die Hoffnung stirbt, denn hier gibt's auch nur Zoff.
Die alten Narben bleiben tief,
ein Schrei, der in der Seele schlief.
(Bridge)
Aus dem Elternhaus gerissen, ohne helfende Hand.
Der nächste Stopp, die nächste kalte Wand.
Pflegeeltern, fremde Gesichter, fremdes Land,
Das Kinderheim, ein Transit-Ort, bekannt
für Abschiede, für Tränen und für Wut.
Ich schweige still, das ist, was man am besten tut.
Betreutes Wohnen, nur ein weiterer Schritt,
Ein Leben, das man mir in Stücke schnitt.
Ich suche Halt, ein Anker, der mich trägt,
Ein Ich, das neu die Zukunftslast erträgt.
(Chorus)
Von Ost nach West, die Welt steht über Nacht kopf,
Die Hoffnung stirbt, denn hier gibt's auch nur Zoff.
Die alten Narben bleiben tief,
ein Schrei, der in der Seele schlief.
(Outro)
Die Jahre fliehen, die Erinnerungen bleiben wach,
Das Kind von damals, es blickt heute anders danach.
Die Brücken sind gebaut, das Fundament ist fest,
Ich habe überlebt, trotz all dem schweren Tests.
Der Osten fern, den Westen gibts nur noch hier.
Die Narben zeigen, wer ich war, wer ich bin, wer ich sein werde, in mir.