(Strophe 1)
Die Glocken schweigen, der Mond steht krank,
der Weg ist weiß von altem Gang.
Kein Wind, kein Tier, kein Atemlaut,
nur Schritte dort, wo niemand schaut.
Die Häuser knien im Kerzenschein,
Fenster wie Augen aus schwarzem Stein.
Und aus der Nacht, so still, so stumm,
kommt der Zug — der letzte Umgang.
(Pre-Chorus)
Kein Name fällt, kein Wort erlaubt,
wer hört, hat schon zu viel geglaubt.
(Refrain)
Geh nicht mit — sie tragen kein Licht,
ihre Lieder gehören dir nicht.
Geh nicht mit — sie kennen dein Gesicht,
sie zählen die Tage, sie zählen dich.
Der letzte Umgang zieht durchs Tal,
und jeder Schritt ist ein Urteil.
(Strophe 2)
Vorne ein Kreuz, so schwer wie Schuld,
dahinter Zeit in morscher Huld.
Gesichter bleich wie alter Schnee,
Augen leer vom Zu-spät-Versteh’n.
Ich seh den Vater, ich seh das Kind,
die längst im kalten Boden sind.
Sie gehen still, sie sehen mich an,
als wüssten sie, was kommen kann.
(Pre-Chorus)
Ich beiß mir Blut aus Mund und Zung,
denn wer spricht, ist nicht mehr jung.
(Refrain)
Geh nicht mit — sie tragen kein Licht,
ihre Hände sind Eis und Pflicht.
Geh nicht mit — sie flüstern dein Gewicht,
wie schwer du bist, wenn die Seele bricht.
Der letzte Umgang zieht vorbei,
und nimmt ein Stück der Zeit mit sich.
(Bridge)
Ein Schritt zu nah — der Boden ruft,
nach kalter Erde, Weihrauch, Gruft.
Ein Blick zu lang — sie wissen mehr,
sie warten schon, sie warten sehr.
Die Glocke schlägt — nur einmal noch,
mein Name liegt mir wie ein Joch.
(Break (geflüstert / gesprochen)
Nicht grüßen.
Nicht folgen.
Nicht erinnern.
(Refrain (letztes Mal, tiefer / langsamer)
Geh nicht mit — hörst du das Gebet?
Es gilt für die, die keiner mehr sieht.
Geh nicht mit — bis die letzte Kerze steht,
und der Weg auch deinen Namen trägt.
Der letzte Umgang…
kommt wieder.
Immer wieder.
(Outro
Wenn morgen früh der Schnee noch weiß,
und niemand fragt, wo du warst heut Nacht —
dann hast du ihn gesehen.
Und er…
dich auch.