D’Wolk’n häng’n tief überm Tauernland,
da Wind geht scharf wia a Mess’r.
A Hiatabua geht’s ganz allan,
sei Weg wird immer näss’r.
Da Schnee fängt z’ treiben, da Himmel lacht
koa’ Stern mehr überm Fell—
und leis’ rührt si’s im Finsta der Nacht:
„Willkommen auf da Schneestö’, Bua – stell.“
Refrain
O Schnee, o Nacht, so stumm und weiß,
der Berg hat sei’ eig’ne Seel.
Wer hochnäsig geht, der zahl’n den Preis,
doch’s Herz wird g’führt, des ehrfürchtig wähl’.
Da Geist vo da Hohn Schneestö’,
er richtet still und g’scheh.’
2. Strophe
A schlankes Liacht im Treibschnee steht,
wia aus Eis a Mensch g’macht.
Sei’ Stimm is rau und doch so lind,
wia a Wind, der übern Grat wacht.
„Sag, Bua, fürchtest’n ’n Berg heut Nacht,
oder ehrst’n, wia sich’s ghört?“
Da Hiatabua, schneeweiß im G’sicht,
sagt: „I ehr’n! I bin belehrt.“
Refrain
O Schnee, o Nacht, so stumm und weiß,
der Berg hat sei’ eig’ne Seel.
Wer hochnäsig geht, der zahl’n den Preis,
doch’s Herz wird g’führt, des ehrfürchtig wähl’.
Da Geist vo da Hohn Schneestö’,
er richtet still und g’scheh.’
3. Strophe
Da Geist geht vor, der Bua geht hint’,
a Spur durch’n weißen Graus.
Kein Laut, nur Wind und finstre Luft,
und plötzlich steht er z’Haus.
Am nächsten Morg’n is’ alles still,
koa Spur im frisch’n Pulverschnee—
nur’s Dankgebet vom Hiatabua
aufs Herz g’schrieben, leis und schee.
Schlussrefrain
O Schnee, o Nacht, so stumm und weiß,
der Berg hat sei’ eig’ne Seel.
Wen Demut führt, den trägt der Geist,
wia a Vater sein Kind durchs Weh.
Da Geist vo da Hohn Schneestö’,
er wacht – und is’ der Höh.