Mit vierzehn begann sich mein Leben zu drehen,
die Cops kamen nachts, keiner wollte mich verstehen.
Eine Nacht in der Zelle, Gedanken wie Blei,
am Morgen Feuerbergstraße – zum ersten Mal frei.
Streetkid im Herzen, geboren in der Nacht,
doch meine Narben haben mich stark gemacht.
Straßen erzogen, kein goldener Pfad,
doch meine Seele trägt stolz ihre Narben als Tat.
Dort gab es keinen Schlag, keinen Tritt, keine Qual,
zum ersten Mal fühlte ich Halt, endlich mal.
Wir – Kinder verstoßen, wie Ware, wie Vieh,
doch gemeinsam im Arm, vergasen wir sie.
Streetkid im Herzen, geboren in der Nacht,
doch meine Narben haben mich stark gemacht.
Straßen erzogen, kein goldener Pfad,
doch meine Seele trägt stolz ihre Narben als Tat.
Das Schicksal zog mich durch Straßen bei Nacht,
Hamburg hat mich zum Streetkid gemacht.
Ich schlief in Parks, unter Sternen, im Regen,
doch Gnade gab’s nirgends auf meinem Weg eben.
Ich suchte das Leben, um Freiheit zu spür’n,
beim S-Bahn-Surfen auf der Einundzwanzig durft’ ich mich führ’n.
Der Wind durch die Haare, der Tod so nah,
doch genau in dem Rausch war die Freiheit da.
Streetkid im Herzen, geboren in der Nacht,
doch meine Narben haben mich stark gemacht.
Straßen erzogen, kein goldener Pfad,
doch meine Seele trägt stolz ihre Narben als Tat.
Am Hauptbahnhof sah ich das Elend so roh,
und wusste zugleich: ich gehör’ da dazu irgendwo.
Ich nannte es immer das „Noble Elend“ im Licht,
wo Menschen sich treffen, doch sehen sie dich nicht.
Heute mit dreiundfünfzig, vom Leben geformt,
vom Chaos der Jugend zur Norm nun genormt.
Doch hör ich die Lieder von damals erneut,
spür ich den Schmerz und zugleich auch die Freud.
Mein Sohn ist heut neunundzwanzig Jahr,
sein Leben blieb frei von dem, was bei mir war.
Ich hielt ihn im Arm, gab ihm Liebe und Licht,
das Elend von damals berührte ihn nicht.
Ich hab’ die Ketten gebrochen, den Kreislauf zerbrochen,
die Wunden geheilt, die in mir einst pochen.
Und wenn ich ihn seh’, weiß ich: ich hab’s geschafft,
aus meiner Schwäche erwuchs eine bleibende Kraft.
Streetkid im Herzen, geboren in der Nacht,
doch meine Narben haben mich stark gemacht.
Straßen erzogen, kein goldener Pfad,
doch meine Seele trägt stolz ihre Narben als Tat.