(Intro)
„Huch, was glitzert denn da hinten in der Tupperdose so flauschig grün? Hallo? Antworte mir!“
(Strophe 1)
Ich suchte den Käse, ich suchte den Schinken,
Doch stattdessen fing es im Fach an zu stinken.
Ganz hinten im Eck, hinterm abgelauf’nen Saft,
Da hat sich ein Wunder der Natur herangerafft.
Ein Brot, einst mal weiß, jetzt ein Teppich aus Flaum,
Es füllt mittlerweile den gesamten Kühlraum.
Es wackelt im Takt, wenn ich die Türe aufmach,
Und feiert im Dunkeln sein eigenes Gelach!
(Hook 1)
Es lebt, es grünt, es schaut mich an,
Die Dose ist jetzt ein eigener Mann!
Wir tanzen die Samba, im Dunst der Verwesung,
Für meinen Hunger gibt’s keine Erlösung.
Schimmelbrot-Samba, ein flauschiger Traum,
Es wächst und es gedeiht durch Zeit und Raum!
(Strophe 2)
Es hat kleine Augen aus Senf und aus Dreck,
Und geht von alleine vom Teller nie weg.
Ich wollte es waschen, ich wollte es bleichen,
Doch es biss in den Lappen, um ein Zeichen zu reichen.
Es hat nun die Herrschaft im Haushalt übernommen,
Sogar die Kakerlaken sind vor Ehrfurcht benommen.
Ich füttere es täglich mit Krümeln und Staub,
Gegen meine Vernunft bin ich mittlerweile taub!
(Hook 2)
Es lebt, es grünt, es schaut mich an,
Die Dose ist jetzt ein eigener Mann!
Wir tanzen die Samba, im Dunst der Verwesung,
Für meinen Hunger gibt’s keine Erlösung.
Schimmelbrot-Samba, ein flauschiger Traum,
Es wächst und es gedeiht durch Zeit und Raum!
(Bridge)
(Die Musik wird zu einem rasanten Trommel-Solo)
Sporen in der Luft, Sporen im Haar,
Alles ist pelzig, alles wunderbar.
Wer braucht schon Frische, wer braucht schon Moral,
Wenn der Pelz im Kühlschrank wird zur ersten Wahl!
(Strophe 3)
Der Vermieter klopft, er will nach dem Rechten seh’n,
Doch das Brot lässt ihn gar nicht erst vor der Türe steh’n.
Es schiebt einen Riegel vor das hölzerne Blatt,
Weil es auf Besucher so gar keine Lust mehr hat.
Jetzt sitzen wir hier, nur der Schimmel und ich,
Es flüstert mir zu: „Komm, ich fresse jetzt dich!“
Ich lächle verzückt und ich wiege mich sacht,
In der grünen, schleimigen Schimmelbrot-Pracht!
(Outro)
(Ein lautes „Hatschi!“ und das Geräusch von Staubwolken)
„Gesundheit! Oh Gott, es hat zurückgeniest... Hilfe!“