Im Hürtgenwald, da fiel das Laub,
vermengt mit Blut und kaltem Staub.
Der Herbstwind fuhr durch Ast und Tann,
als dort der große Kampf begann.
Im Jahre vierundvierzig schwer,
da rückte an das fremde Heer.
Die Amerikaner zogen ein,
doch leicht sollte der Weg nicht sein.
Die Wälder dicht, die Wege schmal,
Granaten schlugen überall.
Auf jedem Hügel, jedem Pfad
wartete Tod statt Kamerad.
Die Deutschen lagen gut versteckt,
von Wald und Felsen zugedeckt.
Maschinengewehr und Minenspur
beherrschten Wald und Flur.
Die Artillerie vom Himmel brach,
zerriss die Kronen, Ast um Ast.
Die Splitter fuhren pfeifend nieder,
und viele sah’n die Heimat nie wieder.
Bei Vossenack und Schmidt am Hang,
wo tagelang das Feuer klang,
da wechselten die Orte oft
den Herrn, den man sich dort erhofft.
Die Kallbrücke im tiefen Grund,
war manchem Trupp die letzte Stund.
Verwundete auf nassem Stein
blieben dort im Walde allein.
Der Regen kam, der Winter nah,
manch einer nicht mehr weiter sah.
Im Schlamm versanken Mann und Pferd,
der Wald selbst wurde zum Schwert.
Monat um Monat hielt es an,
bis kaum noch einer zählen kann,
wie viele dort ihr Leben gaben
in Schützengräben und Bombengräben.
Der Wald steht heute still und stumm,
die Wege führen friedlich um.
Doch wer die alten Pfade geht,
spürt manchmal noch, was dort gescheh’t.
Denn unter Moos und Wurzelwerk,
am Hang, im Tal, am Felsenberg,
liegt die Erinnerung begraben
an all die jungen Soldatengraben.
Und leise rauscht der Hürtgenwald,
wie damals schon, nur nicht mehr kalt.
Er mahnt den Menschen Jahr für Jahr:
Der Krieg bringt keinem Sieger dar.