Zwei Wölfe
Strophe 1
Ein alter Mann hat einst erzählt,
dass jeder Mensch zwei Wölfe zählt.
Der eine weiß wie Morgenlicht,
der andere kennt die Sonne nicht.
Der weiße läuft durch hohes Gras,
zeigt mir, was längst verloren war.
Der schwarze kennt den tiefen Wald,
wo jedes Herz vor Kälte alt wird.
Pre
Und jede Nacht, wenn alles schweigt,
frag ich mich, wer den Weg mir zeigt.
Denn beide warten still auf mich,
und keiner lässt mich wirklich zieh'n.
Refrain
Zwei Wölfe wohnen tief in mir,
einer verliert, einer verliert mit mir.
Der eine flüstert: "Du bist genug."
Der andre: "Gib den Kampf auf, es ist klug."
Und jeder fragt, wer stärker sei,
wer diesen Krieg am Ende gewinnt.
Doch keiner sieht, wie schwer es ist,
wenn beide Wölfe hungrig sind.
Strophe 2
Der schwarze frisst an meinen Träumen,
versteckt den Himmel hinter Bäumen.
Er nährt sich von jedem stillen Schmerz
und macht aus Hoffnung kaltes Erz.
Der weiße sitzt nur schweigend da,
er fordert nichts, er ist einfach nah.
Und selbst wenn ich ihn kaum noch seh',
verlässt er mich auf keinem Weg.
Bridge
Man sagt: "Fütter den, den du liebst."
Als wäre das so leicht wie ein Lied.
Doch wenn die Hände müde sind,
vergisst man manchmal, wer man ist.
Und trotzdem bleibt irgendwo ein Licht,
auch wenn der schwarze Wolf es bricht.
Letzter Refrain
Zwei Wölfe wohnen tief in mir,
und jeden Tag steh ich zwischen ihnen hier.
Der eine zieht mich in die Nacht,
der andere hält noch leise Wacht.
Und wenn du fragst, wer siegen wird,
dann hör gut zu, vergiss es nicht:
Der stärkste Wolf ist nicht der Wilde,
sondern der,
dem ich morgen wieder Hoffnung geb'.
Outro
Und sollte ich einmal den Weg verlier'n,
hörst du vielleicht zwei Wölfe heulen.
Hab keine Angst, geh einfach weiter…
Denn solange beide kämpfen,
lebt der Mensch dazwischen noch.