Mein Kreis hat viele Ecken,
lauf’ dagegen, fall’ zurück.
Jede Kante, die mich trifft,
zeigt mir Stück für Stück mein Glück.
Ich stoß’ mich an den Wänden,
die ich selber aufgebaut.
Jeder Weg führt mich nur weiter,
doch nie raus aus meiner Haut.
Ich dreh’ mich im Kreis, doch er ist gebrochen,
überall Kanten, die Narben versprochen.
Will endlich raus, doch find’ keinen Weg,
weil mein eigenes Ich mir im Wege steht.
Ich zähle jede Ecke,
mal sind’s vier und mal sind’s zehn.
Jede zeigt mir alte Fehler,
doch ich kann sie nicht versteh’n.
Vielleicht muss ich sie runden,
muss die Ecken wegradier’n.
Doch was bleibt dann von mir übrig,
wenn die Kanten nicht mehr spür’n?
Doch irgendwo da draußen,
gibt es Wege ohne Schmerz.
Vielleicht muss ich nur begreifen,
alles startet in mir selbst.
Ich kann die Wände streichen,
ihnen Farben wieder geb’n.
Vielleicht sind’s keine Grenzen,
sondern Wege, die entsteh’n.
Ich dreh’ mich im Kreis, doch er wird weiter,
Kanten verblassen, ich lauf’ jetzt breiter.
Schritt für Schritt find’ ich meinen Weg,
weil mein eigenes Ich jetzt mit mir geht.
Die Ecken sind noch da, doch
sie tun mir nicht mehr weh.
Jede zeigt mir meinen Aufbruch,
keine Fessel – sondern Weg.
Mein Kreis hat viele Ecken,
doch ich zeichne neue Linien.
Jede Wunde, die ich spüre,
wird ein Zeichen, dass wir fliegen.