[Intro]
„Junge, komm bald wieder...
Oder bleib am besten gleich weg.
Das Erbe wartet schon.“
[Part 1]
Oma liegt im Sterbebett, die Kerze brennt so sacht
Ich hab’ mir schon beim Notar ein’ schönen Tag gemacht.
Sie flüstert: „Komm mal näher, mein geliebtes Enkelkind“
Während ich schon mal die Goldzähne im Geiste find’.
Ich streichle ihre Hand und sag’: „Es wird schon alles gut“
Doch ich schiele auf das Sparbuch unter ihrem Hut.
Die Verwandtschaft sitzt im Flur und wetzt schon mal die Messer
Wer kriegt das Haus am See? Wer weiß es wohl besser?
[Hook]
Oh, wir erben das Elend mit wehenden Fahnen
Wir scheißen auf die Ehre und auf unsere Ahnen!
Ein schönes Begräbnis, die Torte schmeckt fein
Bald wird alles, was dir gehörte, endlich mein sein!
Ja, wir erben das Elend, so herrlich und frei
Vom Anstand ist leider nichts mehr dabei!
[Part 2]
Der Pfarrer spricht den Segen, ich drück’ auf die Tränendrüse
Doch ich plan’ im Kopf schon meine nächste Weltraumreise.
„Sie war so eine Gute!“, schluchz’ ich laut in den Saal
Dabei war sie zu Lebzeiten die größte Qual.
Das Grab ist noch nicht zu, da wird schon heftig diskutiert
Wer das Tafelsilber klaut und wer die Villa renoviert.
Ein Lächeln für die Witwe, ein Dolch in den Rücken
Wir füllen unser Leben mit den Toten-Lücken.
[Hook]
Oh, wir erben das Elend mit wehenden Fahnen
Wir scheißen auf die Ehre und auf unsere Ahnen!
Ein schönes Begräbnis, die Torte schmeckt fein
Bald wird alles, was dir gehörte, endlich mein sein!
Ja, wir erben das Elend, so herrlich und frei
Vom Anstand ist leider nichts mehr dabei!
[Bridge]
Unterschreib hier! Unterschreib dort!
Jag die Geschwister mit dem Knüppel fort!
Gier ist ein Segen, Gier macht uns reich
Über Leichen gehen wir, federleicht!
[Outro]
„Ruhe sanft, Oma.
Wirklich sanft.
Und lass den Schlüssel zum Tresor stecken.
Danke.“