Strophe 1:
Um drei Uhr nachts – sie kamen wie Schatten
Ohne Warnung, ohne Gnade, ohne Fragen
Treten die Tür, reißen mich aus dem Traum
Und ich steh wie 'ne Mauer, doch ich halt sie kaum
„Nicht jetzt“, flüst’r ich – „lass sie doch schlafen“
„Ich bring mich selbst – ich komm allein nach zehn“
Doch Worte prallen ab an kalten Masken
Und was bleibt, ist nur der Widerstand in mir zu sehn
Refrain:
Und ich fiel, aber leise
Ohne Schrei, ohne Zeichen
Durch die Stille, durch die Zeit
Durch ein System aus Einsamkeit
Und ich rief – doch keiner hört
Wenn du in falsche Akten gehörst
Und der Morgen bleibt so kalt
Wenn du an Menschlichkeit zerprallst
Strophe 2:
Sie sagen: „Sie möchte jetzt, das reicht uns aus“
Doch was sie will – das zählt doch hier nicht mehr
Ein Blick, ein Nicken – der Befehl ist klar
Und ich kann kaum gehen, doch ich bin schon nicht mehr da
Ein Treck durchs Grauen, alles gut verwaltet
Das ist nur ein „Fall“, das ist nur ein Bericht
Arte zeigt Bilder, keiner greift ein
Doch mein Gesicht kennt man dort nicht
Refrain:
Und ich fiel, aber leise
Ohne Schrei, ohne Zeichen
Durch die Stille, durch die Zeit
Durch ein System aus Einsamkeit
Und ich rief – doch keiner hört
Wenn du in falsche Akten gehörst
Und der Morgen bleibt so kalt
Wenn du an Menschlichkeit zerprallst
Bridge:
Wer zählt das Leid, das keinen Namen trägt?
Wer fragt den Mut, der sich vergeblich regt?
Ein letzter Blick, ein letzter Schwur
„Ich war da – für sie, um drei Uhr…“
Letzter Refrain (ruhiger, zerbrechlicher):
Und ich fiel, aber leise
Ohne Schrei, ohne Zeichen
Doch in mir bleibt dieser Tag
Weil ich stand, weil ich da war
Für ein Leben, das noch schlief
Für ein Herz, das lieber liebt
Und vielleicht – in einem Licht
Findet uns das Gleichgewicht