[Intro]
Spiegel im Flur
Augen so müde
Ricardo fragt sich
Was bleibt von der Lüge
[Verse 1]
Ricardo vom Kreideplatz
Rollt durch die Blocks, trägt den ganzen Hass
Sinti im Blut, Kopf voller Fälle
Richter im Blick, doch er bleibt an der Schwelle
Tage gezählt, JVA Stammheim
Fenster aus Stahl, Himmel wie Stein
Mutter am Telefon, Stimme zerbricht
Er sagt: „Mach dir kein Kopf, Mama, ich kipp nicht“
Straße hat Narben in seinen Händen
Jede Narbe ein Name, den sie ihm gönnten
Seine Brüder im Hof, kalter Beton
Er schwört auf Familie, nie auf den Thron
[Chorus]
Stammheim-Nächte, kalter Traum
Ricardo zählt Gitter statt Sternen im Raum
Hartes Leben, doch er bleibt grad
Stolzer Kreider, trägt seine Narben wie Staat
Straße im Herzen, Zelle im Kopf
Er hebt den Blick, auch wenn alles ihn stoppt
[Verse 2]
Damals im Viertel, Taschen voll Ware
Zwischen den Bussen, im Schatten der Bahnen
Anruf um drei, Kunde wird laut
Er bleibt doch höflich, doch innerlich raucht
Blaulicht im Rückspiegel, Herzschlag wie Kick
Gedanken bei Neffen, die warten auf ihn
„Wenn ich fall, dann allein, nie die Familie“
Kein Freund, der redet, nur Loyalität als Linie
Aufm Hof zählen sie, wer wirklich stand
Wer nicht gebrochen hat unterm Druck im Verhörraum
Ricardo bleibt stur, schweigt in der Nacht
Denkt an den Kreideplatz, wie der Sommer gelacht
[Chorus]
[Bridge]
[low vocal register]
Keiner sah die Tränen hinter seinem Blick
Als der Anwalt ging und die Tür ins Schloss klickt
Doch er schwört sich leise: „Ich komm hier raus“
„Hol meine Leute, bau uns ein Haus“
[Chorus]