[Verse 1]
Ich steh im Regen, seit elf Uhr vierzehn,
mein Ticket klebt an meinen Tränen fest.
Die Anzeigetafel flackert wie mein Wille zu leben,
„Gleisänderung!“ – mein Herz zerfällt in Rost und Stress.
[Pre-Chorus]
Ich hab gehofft, ich komm heut an,
doch Hoffnung fährt hier selten plan.
Die Stimme säuselt blechern, sanft und kalt:
„Information zu RE60 nach Frankfurt Hauptbahnhof. Abfahrt zwöf Uhr fünfzehn, heute circa 30 Minuten später."
[Chorus, geschrien, Schmerz, Delay]
SÄÄÄÄNK JU FOR TRÄWELING WIS DEUTSCHE BAAAAHN!
Ich schrei ins Funkloch meiner Existenz!
SÄÄÄÄNK JU FOR TRÄWELING WIS DEUTSCHE BAAAAHN!
Mein Ticket ist nur ein Vertrag mit dem Schmerz!
[Verse 2]
Im Bordbistro nur lauwarmer Kaffee,
mein Sitzplatz – besetzt von nem Geist aus Verspätung.
Ich zähl die Schottersteine meiner verlor’nen Zeit,
bis mein Lebenslauf zu 'nem Fahrplan aus Leid versteinert.
[Bridge, gesprochen, verzweifelt, Hintergrund-Regen]
„Information zu S6 nach Karlsruhe-Durlach.
Abfahrt siebzehn Uhr einunddreißig. Fällt heute aus.“
[Stille, entferntes Zugfunk-Piepen]
[Breakdown, Screamo]
ICH BIN NUR EIN WAGEN OHNE LOK!
ZERRISSEN ZWISCHEN GLEIS UND SCHOCK!
MEINE SEELE HAT VERSCHLAFEN —
IM TAKT DER STRECKENSPERREN!
[Final Chorus, pathetisch, verzerrt, kathartisch]
SÄÄÄÄNK JU FOR TRÄWELING WIS DEUTSCHE BAAAAHN!
Mein Herz hat Anschluss nur ans Chaos!
SÄÄÄÄNK JU FOR TRÄWELING WIS DEUTSCHE BAAAAHN!
Ich bleib zurück – in deinem Takt aus Stillstand und Rost!
[Outro, Flüstern, Akustik-Gitarre]
Vielleicht… kommt der nächste Zug nie.
Aber… Hauptsache, er hat WLAN.