HÖRT IHR DIE KINDER SCHREIEN?
[Intro – leise, einzelne Gitarrentöne]
Manche Türen sollten niemals schließen.
Manche Hände sollten Kinder niemals berühren.
Und manche Nächte
enden nie.
[Strophe 1]
Kleine Augen starren in die Nacht,
jedes Knarren hält sie wieder wach.
Schritte kommen langsam durch den Flur,
und ein kleines Herz schlägt viel zu laut.
Keiner hört die Angst hinter der Wand,
keiner sieht die zitternde kleine Hand.
Viel zu jung, um all das zu verstehen,
viel zu klein, um einfach wegzugehen.
[Gitarren-Lick]
[Strophe 2]
Morgens sitzen sie wieder mit am Tisch,
still und blass – doch keiner fragt warum.
Sie lernen früh, wie Schweigen funktioniert,
wenn Angst die kleinen Stimmen kontrolliert.
Sie tragen Dinge, die kein Kind tragen kann,
und irgendwo schaut wieder jemand weg.
Ein Blick zu viel, ein Zweifel, ein Verdacht –
doch keiner hat die verdammte Tür aufgemacht.
[Pre-Chorus – Stimme wird härter]
Wie oft wollt ihr noch sagen:
„Wir haben nichts gesehen“?
Wie viele Kinder müssen schweigen,
bevor endlich jemand stehen bleibt?
[Refrain – herausgeschrien]
HÖRT IHR DIE KINDER SCHREIEN?!
Oder wollt ihr sie nicht hören?
SEHT IHR IHRE ANGST?!
Oder wollt ihr euch nicht stören?
Ihr raubt ihnen die Kindheit,
ihr nehmt ihnen Vertrauen und Licht.
Und hinter verschlossenen Türen
zerbrecht ihr ein Leben Stück für Stück.
[langes, langsames Gitarrensolo]
[Strophe 3 – tief und bedrohlich]
Ihr sucht euch die Schwächsten,
weil sie sich nicht wehren können.
Ihr nennt es ein Geheimnis,
damit sie vor Scham verbrennen.
Ihr droht ihnen mit Schuld,
obwohl die Schuld allein bei euch liegt.
Und Jahre später fragt ihr euch,
warum diese Wunde niemals heilt.
Nein.
Ein Kind trägt niemals die Schuld.
Niemals.
[Break – nur Bass und Stimme]
Und ihr, die etwas ahntet.
Ihr, die etwas saht.
Ihr, die lieber geschwiegen habt,
weil die Wahrheit unbequem war:
Auch Schweigen kann Türen schließen.
Auch Wegsehen lässt Kinder allein.
[Finaler Refrain – voller Band-Einsatz]
HÖRT ENDLICH DIE KINDER SCHREIEN!
Schaut nicht weg!
Schweigt nicht mehr!
Kein Verstecken hinter Lügen.
Keine Ausreden mehr.
Wer einem Kind die Seele zerreißt,
soll nie wieder Schutz im Schweigen finden.
Nennt ihre Namen.
Brecht das Schweigen.
Zerrt die Wahrheit ans Licht.
Denn Kinder brauchen keine Geheimnisse.
Kinder brauchen Schutz.
[Outro – Musik fällt fast vollständig weg]
Und irgendwo liegt heute Nacht
wieder ein Kind wach
und hört Schritte auf dem Flur.
Hört hin.
Verdammt noch mal — hört hin.