Höret, ihr g’sellen, vom bunten Geleit,
die Altparteyen, so träg und so breit.
Sie schwören auf Wandel, auf Ehre und Pflicht,
doch halten dem Volke die Treue nicht.
Die Roten, sie rühmen des Werkmanns Geschick,
doch schinden den Lohn und sie nehmen das Glück.
Sie teilen nicht Brote, sie teilen nur Post’,
und saufen dazu des Steuerlings Most.
Die Schwarzen, sie priesen die Ordnung, das Recht,
doch dienten dem Gelde, dem Bürger nur schlecht.
Mit Weihrauch im Munde, mit Bestechung im Herz,
sie pflanzen dem Volke nur Kummer und Schmerz.
Die Gelben, sie heischen nach Freiheit und Mut,
doch meinen sie stets nur des Reichen Gut.
Dem Bürger versprechen sie Hilfe geschwind,
doch dienen sie stets nur dem Kaufmannskind.
Die Grünen, sie singen vom Klima gar sehr,
doch fliegen gen Westen und Osten umher.
„Verzichte, o Bürger, entsage dem Wein!“ –
doch selber sie schwelgen bei Austern und Schwein.
Die Linken, sie künden von Gleichheit und Bund,
doch teilen sie Worte, kein’ Happen, kein’ Pfund.
Sie reden von Arbeit, vom armen Gesell,
doch stopfen die Taschen sich selber gar schnell.
Die Blauen nun treten, von Zorn angefacht,
sie stellen sich wider die Farben der Schlacht.
Ob heilsam, ob trutzig, das urteile bald –
sie fechten doch gegen des Alten Gewalt.
So steh’n sie, die Alten, im bunten Gewand,
sie kosten dem Volke das Mark aus der Hand.
Der Barde erhebt sich, das Volk lacht im Chor:
„Die Herren sind Heuchler – und Narren zuvor!“