[Verse 1]
Zwei Teller, drei Kinder, eine Angst
Kühlschrank leer, doch die Miete lacht
Jobcenter sagt, sie soll Geduld ham
Geduld macht keinen Bauch satt, kein Brotsam
Abends das Make-up, zittrige Hand
Fremde im Handy, Treffpunkt Rand der Stadt
Sie sagt dem Spiegel "Ich kann das nicht"
dann denkt sie an die Kleinen
und frisst das Licht
[Chorus]
Sie verkauft sich für ihr Mutterblut
trägt die Scham wie’n Stahl im Schuh
Jeder Schritt brennt, doch sie geht, sie tut
was sie tun muss, weil hier keiner was tut
Mutterblut
fließt für ein Stück Brot, stummer Mut
Sie geht kaputt, doch die Kinder sind gut
Sie geht kaputt, doch die Kinder sind gut
[Verse 2]
Kirche am Sonntag, Blicke wie Messer
Sie flüstern "Sünde", doch helfen nicht besser
Nachts dieselben Fratzen im Neon-Flur
Zuviel Parfum, billige Uhr
Er fragt nicht nach Namen, legt nur das Geld
Sie schaut an ihm vorbei, raus aus der Welt
Zählt innerlich Windeln, Schuhe, Heft
jede Berührung frisst ein Stück Selbst
[Chorus]
[Bridge]
Wo war deine Hilfe, Staat, Nachbarschaft, Clan? (wo?)
Alle reden Ehre, keiner packt an
Ihr Körper ist der Kredit, den ihr keiner gibt
jedes Mal stirbt was, was sie liebt
Und wenn du sie verurteilst, merk dir, du Held
Dein Weg war gepflastert, ihrer ist Feld
voll Glasscherben, Regen, Dreck und Wut
doch sie läuft weiter
für ihr Mutterblut
[Chorus]