Wir saßen wach, die Nacht war lang,
haben Hoffnung leise geteilt
Du sagtest: „Ich kenn dieses Warten“
als wär unser Weg derselbe Teil.
Wir hielten Träume in den Händen,
als wären sie aus Glas gemacht
Heute trag ich meine weiter
und du bist einfach fortgegangen, über Nacht.
Ich seh dein Glück in fremden Farben,
es steht dir gut, ich mein das so
Doch irgendwas bleibt unausgesprochen
und ich trag es sowieso.
Ich gönn es jedem, wirklich ehrlich
Doch ein Teil in mir hört nicht mehr zu
Wenn wieder jemand sagt: „Jetzt ist es soweit“
und ich bleib stehen, wie ich’s immer tu
Es frisst sich leise durch mein Schweigen
Ich sag nichts, weil man das so macht
Ich lächle für euch, halt mich zusammen
während in mir alles kracht.
Ihr wart da, als alles schwer war,
habt gesagt: „Du bist nicht allein“
Jetzt seh ich euch nur noch von außen
in einem neuen Sonnenschein.
Ich frag nicht, warum ihr weiter seid,
das steht mir nicht einmal zu
Doch warum fühlt sich Nähe heute
an wie etwas, das ich nie mehr berühr?
Ich fühl mich manchmal wie benutzt,
auch wenn ich weiß, das klingt nicht fair
Als wär ich nur der Ort zum Reden
nicht das Ziel, nur der Verkehr.
Ich gönn es jedem, wirklich ehrlich
Doch ein Teil in mir hört nicht mehr zu
Noch ein Lächeln, noch ein „endlich“
und ich bleib stehen, wie ich’s immer tu
Es frisst sich leise durch mein Schweigen
durch jede Nacht, die keiner kennt
Ich lächle für euch, bleib verständnisvoll
auch wenn mich das langsam verbrennt.
Ich bin nicht neidisch auf das Glück
nur müde von dem Warum nicht?
Von Wegen, die sich einfach öffnen
während meiner verschlossen bleibt.
Ich will kein Mitleid, keine Ratschläge
kein „Alles hat seine Zeit“
Ich will nur, dass jemand versteht
wie laut Stille manchmal schreit.
Ich gönn es jedem, von ganzem Herzen
doch manchmal wird mein Herz zu schwer
Dann geh ich leise einen Schritt zurück
nicht aus Kälte – nur aus Selbstwehr
Ich lächle für euch, zwischen den Zeilen
trag Hoffnung, auch wenn sie brennt
Und glaub mir: Ich bleib hier stehen
bis mein Weg mich irgendwann erkennt