[Strophe 1]
Die Mitternacht zog näher schon;
In stummer Ruh lag Babylon.
Nur oben in des Königs Schloss,
Da flackert's, da lärmt des Königs Tross.
Dort oben in dem Königssaal
Belsatzar hielt sein Königsmahl.
[Strophe 2]
Die Knechte saßen in schimmernden Reihn
Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.
Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht;
So klang es dem störrigen Könige recht.
Des Königs Wangen leuchten Glut;
Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.
[Pre-Chorus]
Und blindlings reißt der Mut ihn fort;
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.
Und er brüstet sich frech und lästert wild;
Das Knechtenschar ihm Beifall brüllt.
[Chorus]
Jehova! Dir künd ich auf ewig Hohn!
Ich bin der König von Babylon!
Ich bin der König von Babylon!
[Strophe 3]
Der König rief mit stolzem Blick;
Der Diener eilt und kehrt zurück.
Er trug auf dem Haupt viel gülden Gerät;
Das war aus dem Tempel Jehovas erfleht.
Und der König ergriff mit frevler Hand
Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.
[Strophe 4]
Er trinkt ihn hastig bis auf den Grund.
Die Lippen schäumen, er ruft mit Mund:
„Jehova! Dir künd ich auf ewig Hohn –
Ich bin der König von Babylon!“
[Bridge]
Doch kaum das grause Wort verklang,
Dem König ward's im Busen bang.
Das gellende Lachen verstummte mit eins;
Es wurde leichenstill im Saal.
Und sieh! Und sieh! An weißer Wand
Da kam’s hervor wie Menschenhand;
Und schrieb, und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.
[Strophe 5]
Der König starrte mit bleichem Gesicht,
Mit schlotternden Knien, er wagte es nicht.
Die Knechtenschar saß kalt durchgraut,
Und gab keinen Ton, gab keinen Laut.
[Outro]
Die Magier kamen, doch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.
Belsatzar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht.