[Part 1 – Der Anfang vom Verschwinden]
Ich war der Typ, der immer „Ja“ gesagt hat, wenn’s „Nein“ war
Hab jeden Scheiß mitgemacht, nur damit keiner geht, der war
Hab mich verbogen wie’n Draht, bis der Bruch im Kern lag
Und plötzlich war der Kern weg – yo, wo bin ich denn da?
Hab auf Papa gehört, auf Mama, auf die Clique im Block
Auf den Typen mit der fetten Kette, der nie was gab außer Talk
Auf die Lehrer, die Bullen, die Ex, die mich klein gemacht hat
Auf jeden, nur nicht auf die leise Stimme, die schon lange schlapp macht
[Hook]
Verloren, verloren, ich hör mich selber nicht mehr
Zu lang die falschen Ohren, zu lang die falsche Ehr’
Verloren, verloren, im Lärm der andern Welt
Bin ich noch hier drin, oder bin ich längst weg?
[Part 2 – Die Chemie lügt schöner]
Drei Lines auf’m Tisch, die Welt wird pastell und weich
Die Kanten verschwimmen, der Selbsthass wird leise und bleich
Im Kopf ’ne Cinema-Session, alles glänzt wie Hollywood
Doch wenn der Vorhang fällt, bin ich wieder der Niemand, der gut
Die Pupillen wie Untertassen, die Zunge schlägt Purzelbaum
Ich fühl mich verbunden – doch mit wem? Mit ’nem chemischen Traum
Die Jungs um mich rum lachen laut, wir sind „Brüder für immer“
Doch wenn’s hell wird, sind’s Fremde – und ich wieder der Dummer
[Hook]
Verloren, verloren, die Maske sitzt perfekt
Doch darunter fault der Kern, der nie mehr respektiert
Verloren, verloren, im High bin ich der King
Doch wenn ich runterkomm, seh ich nur ’nen Niemand-Ding
[Part 3 – Der Punkt, an dem’s kracht]
Ich hab mich so oft gefragt: „War ich überhaupt dabei?“
Oder war ich nur Kulisse in ’nem Film, den andre schneiden frei?
Hab Applaus gebraucht wie Sauerstoff, hab gelächelt wie’n Clown
Doch der Applaus war nie für mich – der war für die Maske downtown
Ich hab mich angepasst, bis nichts mehr von mir übrig war
Nur noch ’ne Hülle, die nickt, wenn der nächste Boss was sagt, ja klar
Hab mich selbst verraten für ’nen Platz am Tisch der Großen
Und am Ende saß ich alleine – mit ’nem Löffel und ’nem Geist von Drogen
[Bridge – Der erste ehrliche Blick]
Yo Spiegel, sag mal ehrlich – kennst du den Typen da drin?
Der mit den roten Augen, der sich selbst nicht mehr versteh’n kann?
Der immer „alles gut“ lügt, obwohl der Boden bricht?
Sag mal ehrlich, Bruder – wann hab ich mich selbst verloren, shit?
[Part 4 – Der Versuch zurück]
Kein Applaus mehr nötig, kein „Bruder“ mehr, der mich braucht
Kein High mehr als Krücke, das den Sturz nur hinauszögert, ja
Ich hör jetzt wieder die leise Stimme, die ich jahrelang gekillt hab
Sie flüstert: „Du bist genug – auch wenn du’s nie geglaubt hast, Digga.“
Ich war verloren, ja – aber verloren heißt nicht weg
Man kann sich wiederfinden, auch wenn’s scheiße weh tut, check
Der erste Schritt ist hässlich, der zweite noch viel mehr
Doch jeder Schritt zu mir ist besser als noch’n Jahr in der falschen Ehr’
[Outro – leiser werdend]
Kein Applaus. Kein Filter. Kein Fake mehr.
Nur noch ich.
Zerbrochen.
Aber endlich ehrlich.
Und das…
fühlt sich wie neu